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Ein neues Leben in Japan

Geschrieben von Nicole Fritz

Vorwort:

Die vierzehnjährige Nicole kommt mit ihren Eltern und ihren vier Geschwistern von Deutschland nach Neo-Tokyo3. Ihr Vater, der bei der UN Luftschutz-Kommandant(keine Ahnung ob es diesen Beruf gibt ^-^) ist, wurde hierher versetzt. Sie kommt in die Klasse von Shinji, Rei und Co und fühlt sich gleich zu Rei hingezogen die genauso einsam scheint wie sie. Aber so leicht ist es gar nicht Rei´s Freundschaft zu gewinnen. . .
(Wie bestimmt schon bemerkt habe ich mich in diese Geschichte miteingebaut*grins* Habe mich ein paar Jährchen jünger gemacht und auch ein paar Kilo leichter denn wer hat schon jemals ein molliges Animamädchen gesehen*hihi* Außerdem war ich in diesem Alter auch noch schlank. Im großen und ganzen habe ich meine Familie so mit hinein geschrieben wie sie auch im wirklichen Leben ist. Nur das mein Stiefvater bei weitem nicht bei der UN arbeitet aber diesen Beruf brauche ich denn ich will mir in meiner FF auch gleichzeitig Kensuke angeln. Und der steht ja bekanntlich tierisch auf alles was mit der UN zu tun hat. Und aus meiner Mutter habe ich gleichzeitig eine Boutique Besitzerin gemacht. Aber das alles nur am Rande denn das eigentlich Ziel von Nicole ist es Rei zu ihrer Freundin zu machen. Dabei gewinnt sie aber auch noch andere Freunde. . .)

Der Tag begann sonnig und warm und in den Gesichtern der Leute lag schon am frühen Morgen ein Lächeln. Nur eine lief mit einem sehr ernstem Gesicht zur Schule und sah aus als würde man sie zur Schlachtbank führen. Es war Nicole, die heute den ersten Schultag in Japan hatte. Vor zwei Wochen waren sie und ihre Familie hierher gezogen. Nicole stammte aus Deutschland und es war ihr sehr schwer gefallen ihre alte Heimat zu verlassen um viele tausend Kilometer weit weg zu leben. Aber ihr Stiefvater war hierher versetzt worden und er hatte zu ihr gesagt: "Du wirst sicher auch in Japan schnell Freunde finden. Das Land hat sehr viele Schönheiten zu bieten und du lernst eine fremde Kultur kennen. Glaub mir, es wird dir gefallen."

Nicole seufzte, ihre zehnjährige Schwester Stefanie hatte sich auf Japan gefreut, ihre Eltern ebenfalls und ihre Zwillingsgeschwister Kai und Anja waren mit ihren drei Jahren noch zu klein um eine eigene Meinung zu haben. >Bin ich denn die Einzige die traurig ist? Meine Freunde, meine Klassenkameraden und alle gewohnten Plätze in Deutschland an denen ich mich immer gerne aufgehalten habe. Das werde ich nie wiedersehen.< dachte sie traurig. Je näher sie der Schule kam desto heftiger pochte ihr Herz. Angst schnürte ihr den Magen zu. >Hoffentlich sind auch alle nett. Was ist wenn sie mich nicht leiden können? Wenn sie mich verspotten das ich nicht so gut ihre Sprache spreche? Oh Gott, ich habe solche Angst.< dachte sie. Ein bisschen japanisch konnte sie schon denn da ihr Stiefvater schon ein halbes Jahr vorher gewusst hatte das er versetzt werden sollte, nur noch nicht genau wohin, hatte sie es eifrig mit ihrer Mutter gelernt. Ihr Stiefvater, der zwölf Jahre älter war als ihre Mutter, war früher zur See gefahren und hatte ein paar Jahre in Japan gelebt, daher konnte er fließend japanisch.

Schließlich hatte sie das riesige Schulgebäude erreicht und atmete tief durch. Sie zupfte noch schnell ihre Schuluniform zurecht die etwas ungewohnt war da es das in Deutschland nicht gab und murmelte: "Dann mal los." Sie war bei der Anmeldung schon einmal hier gewesen aber damals waren nicht mehr viele Schüler hier gewesen. Jetzt, kurz vor acht Uhr, wimmelte es nur so von Jungen und Mädchen die schwatzend und lachend durch die Flure gingen. Nicole steuerte das Lehrerzimmer an in dem sie sich bei ihrer Klassenlehrerin, Frau Hisakawa, melden sollte.

"Guten Morgen, Nicole, schön das du da bist. Ich heiße dich herzlich willkommen in Neo-Tokyo3. Jetzt lernst du erst mal deine Klassenkameraden kennen und ich hoffe du gewöhnst dich schnell hier ein." Lächelte Frau Hisakawa. Sie hatte es in deutsch gesprochen und Nicole schaute sie erstaunt an. Diese lachte. "Siehst du, ich kann deutsch. Aber ab jetzt werde ich nur noch japanisch mit dir sprechen damit du es schneller lernst, okay?" fragte sie und Nicole nickte. "Ich kann auch japanisch, noch nicht perfekt aber schon ganz gut, sagt mein Vater." "Gut, dann mal los." Nickte Frau Hisakawa.

Nicole folgte ihr und schon war die Klasse erreicht. Kaum waren Frau Hisakawa und Nicole drinnen rief ein Mädchen mit zwei Zöpfen auf japanisch und mit fester, lauter Stimme: "Aufstehen, verbeugen." "Guten Morgen, setzt euch. Ich habe euch eine neue Mitschülerin mitgebracht. Sie heißt Nicole Krüger und kommt aus Deutschland. In der Nähe von Hamburg hat sie gewohnt. Stell dich doch kurz vor, ja Nicole?" fragte Frau Hisakawa und Nicole nahm ihre Gedanken zusammen.

"Also, ich heiße Nicole, bin vierzehn Jahre alt und wie gesagt komme ich aus Deutschland. Ich habe noch drei Geschwister, Stefanie ist zehn Jahre, und die Zwillinge Kai und Anja sind nun drei Jahre alt. Meine Mutter besitzt hier eine Boutique und mein Stiefvater ist Luftschutz-Kommandant bei der UN." Meinte sie. Sofort bemerkte sie den Jungen mit der Brille der in der zweiten Reihe saß und sie nun interessiert ansah. Es war Kensuke der bei der Erwähnung der UN sofort ein glitzern in den Augen bekam. "Die ist ja niedlich." Raunte er Toji zu. "Hm ja, ganz nett." Meinte dieser.

Nicole hatte diese Begrüßung tagelang geübt da sie erfahren hatte das das in Japan so üblich war. Sie hatte es in einem gutem japanisch vorgetragen und die erste Angst war überwunden. Frau Hisakawa erklärte noch etwas und Nicole ließ ihren Blick über ihre neuen Klassenkameraden gleiten. Er blieb an Rei hängen, der Funke sprang sofort über, jedenfalls bei Nicole.

Rei´s Augen sahen so geheimnisvoll aus und irgendwie unergründlich. Frau Hisakawa meinte nun: "Nicole, du setzt dich am besten neben Rei Ayanami. Neben ihr ist noch ein Platz frei." Nicole ging zu ihr und lächelte ihr zu. Rei lächelte zwar nicht aber sie nickte ihr zu. Erleichtert stellte Nicole fest das dass Mädchen anscheinend nichts dagegen hatte das sie sich neben sie setzte. Dann fuhr Frau Hisakawa mit dem Unterricht fort, Mathematik war dran. <Puh, gerade das Fach wo ich Schwierigkeiten habe.> dachte Nicole.

Leider waren die Schüler in Japan sehr viel weiter im Lernstoff als in Deutschland. Und bald bekam Nicole mit das alle in ihrer Klasse ziemlich schlau waren. Von ihrem Stiefvater hatte sie gehört das Schulbildung in Japan sehe ernst genommen wurde. Viele Schüler belegten nach der normalen Schule noch eine Art Nachhilfeschule um ihre Leistungen aufzubessern. <Da muss ich mich aber anstrengen um mithalten zu können.> dachte Nicole.

Am ersten Tag sollte Nicole nur zuhören und wurde nicht drangenommen. Im Mathematik, Politik und Soziologieunterricht meldete sie sich gar nicht aber im Biologieunterricht schoss Nicoles Finger öfter nach oben denn für dieses Fach interessierte sie sich sehr. Als sie ein paar Fragen richtig beantwortet hatte nickte Frau Hisakawa wohlwollend. "Gut Nicole, ich sehe du interessierst dich für dieses Fach. Außerdem finde ich es schön das du dich gleich am ersten Tag zu Wort meldest. Und mit den anderen Fächern kommst du auch schon klar." Nicole freute sich und fand die Schule gar nicht mehr so schlimm.

In der großen Pause tuschelte Asuka mit Hikari. "Hm, die Neue sieht ja nicht gerade sehr hübsch aus." "Na ja, nicht so hübsch wie du aber auch nicht hässlich. Aber ganz niedlich." Antwortete Hikari. "Ich geh trotzdem mal zu ihr rüber, schließlich kommt sie auch aus Deutschland." Sagte Asuka und schlenderte zu Nicole hinüber die ihren Stundenplan überprüfte. "Hi, ich bin Asuka Langley, ich komme auch aus Deutschland." Stellte sie sich vor. Nicole sah auf und freute sich eine Landsmännin zu treffen. "Oh hallo, ich bin Nicole. Du bist auch aus Deutschland? Ist ja toll."

Asuka schwang sich auf ihr Pult und schlug die Beine übereinander. "Gefällt es dir hier?" "Nun ja, ich bin noch nicht allzu lange hier um das beurteilen zu können. Ich habe etwas Heimweh." Antwortete Nicole. "Das hatte ich auch aber das vergeht. Wenn du hier allerdings darauf hoffst tolle Jungs zu treffen, vergiss es. Es sind nur Weicheier und Idioten hier." Meinte sie. "So? Na ja, darüber habe ich noch nicht nachgedacht." Meinte Nicole. Toji, Kensuke und Shinji saßen zwar gleich neben den beiden aber da Asuka deutsch gesprochen hatte verstanden sie nichts. Aber Asukas Blick den sie den dreien zuwarf verriet das sie über sie geredet hatte.

"Erzählt Asuka dir schon wieder Unsinn? Hör bloß nicht auf sie. Sie ist zwar hübsch aber boshaft." Rief Toji. "Genau." Grinsten Kensuke und Shinji. "Haha, ihr Bakas, haltet bloß den Mund. Hauptsache die Girls haben viel Busen und zeigen viel Haut, da hängt euch dann die Zunge drei Meter weit aus dem Hals." Konterte Asuka. Nicole grinste, sie merkte gleich das die vier sich zwar ziemlich zofften aber doch Freunde waren. "Also gut, dann stelle ich dir das "Idioten-Trio" einfach mal vor damit du sie dann danach getrost wieder vergessen kannst,, okay?" tönte Asuka.

Sie griff nach Shinji und meinte: "Also, das ist Shinji Ikari. Außer das er doof ist kann man über ihn folgendes sagen. Du musst wissen das Shinji und ich bei Misato Katsuragi wohnen, die du bestimmt auch mal kennen lernen wirst. Er ist unsere Hausfrau und macht so ziemlich alles, waschen, bügeln, kochen und so weiter. Leider wird er es wohl nie lernen meine Blusen ordentlich zu bügeln aber egal. Sein Vater ist ein hervorragender Kommandant aber Shinji ist im großen und ganzen ziemlich lahm. Auch wenn er seine EVA ganz gut beherrscht, natürlich nicht so gut wie ich." Shinji hatte, unter dem grinsen seiner Freunde, ruhig zugehört und meinte zu Nicole: "Tja, das ist Asukas Meinung über mich, da kann man nichts machen."

Asuka machte mich Toji weiter. "Und hier ist unser Muskelprotz Toji Suzuhara. Er meint er ist supertoll und extrem cool aber das stimmt nicht. Die Mädchen lachen nur über ihn und müssen sich gleichzeitig in acht nehmen denn er spannt nur hinter uns her und versucht einen Blick auf uns zu werfen wenn wir uns umziehen. Lass ihn nie unbeobachtet denn sonst musst du damit rechnen das seine Hand sich auf deinem Körper befindet." Misstrauisch beäugte Nicole ihn daraufhin das Toji rot wurde. "Hey, das wirst du doch nicht etwa glauben? So schlimm bin ich gar nicht das wirst du bald merken." Rief er.

Aber auch Kensuke bekam sein Fett weg. "Und zum Schluss Kensuke Aida. Er ist ziemlich merkwürdig und man weiß nie genau was er denkt. Läuft ständig mit seiner Videokamera rum und hat ein Faible für alles was mit der UN zu tun hat. Ist unser Klassenprimus und denkt er wäre was besseres. Und genau wie bei Toji musst du dich in acht nehmen das er dich nicht betatscht." Nicoles Blick ging zu ihm und er kratzte sich verlegen am Kopf. "In den ersten beiden Anklagepunkten bin ich schuldig aber ich glaube gar nicht das ich was besseres bin. Und betatschen tue ich nur Mädchen die das auch wollen." Meinte er dann.
Aber nun griff Toji nach Asuka. "Und nun zu dieser jungen Dame. Du siehst, sie ist ein recht passabel aussehendes Mädchen aber nimm dich vor ihrem Mundwerk in acht. Sie ist boshaft, selbstsüchtig, eingebildet und sehr von sich überzeugt. Sie denkt die ganze Welt würde sich nur um sie drehen. Das einzige in dem sie gut ist, ist ihr Job als EVA Pilotin." Verkündete er. Daraufhin bekam er von ihr einen nicht gerade zimperlichen Stoß in die Seite und ein wütendes "Baka." Um die Ohren geworfen.

Nicole lachte, es gefiel ihr von Minute zu Minute besser hier. Aber über ein Mädchen hatte Nicole noch gar nichts erfahren, über Rei. Und da Asuka ihrem Anschein nach die Leute nicht gerade objektiv beurteilte wollte sie jemanden fragen der gerecht war. Sie sprach Shinji an. "Darf ich dich mal was fragen?" "Sicher." Nickte Shinji. "Dieses Mädchen neben dem ich sitze, Rei Ayanami. Über die hat mir Asuka noch gar nichts erzählt." Shinji grinste. "Und da fragst du Asuka auch lieber nicht nach. Asuka hat das Problem immer etwas zu übertreiben wie du vorhin ja gemerkt hast. Und an Rei würde sie sicher auch kein gutes Haar lassen."

"Dann erzähl du mir etwas über sie. Sie redet nicht viel oder?" fragte Nicole. "Nein, ein Freund vieler unnötiger Worte ist Rei nicht. Sie ist still und zurück gezogen und gibt nicht viele ihrer Gefühle preis. Ich kenne sie zwar gut aber dann wiederum auch nicht. Eben nur das was sie einem erlaubt zu kennen. Aber sie ist eine hilfsbereite Freundin auf die man sich immer verlassen kann. Nur wirst du es sicher in erster Zeit schwer haben an sie heran zu kommen wenn du das anstrebst. Hast du aber erst mal ihr Vertrauen erlangt dann hast du eine Freundin fürs Leben gefunden." Meinte Shinji. "Ich danke dir für die Auskunft." Lächelte Nicole.

Der erste Schultag ging zu Ende und Nicole schlenderte nach Hause. Sie hatte nicht bemerkt das Kensuke ihr gefolgt war. Schließlich hatte er sie eingeholt und fragte, etwas schüchtern: "Und dein Vater ist wirklich bei der UN?" "Ja, ist er. Warum?" "Find ich einfach super." Strahlte er. Nicole erinnerte sich wie Asuka gesagt hatte das er sich für alles was mit der UN zu tun hatte interessierte. "Willst du vielleicht mit zu mir kommen? Es ist zwar noch nicht alles eingeräumt aber ich denke ich darf dir Vaters Sachen sicher zeigen. Er hat viel Zeug in seinem Zimmer." Fragte Nicole. "Das dürfte ich? Oh wow, das wäre super." Strahlte er begeistert.

Kurz darauf waren sie zu Hause angekommen. Nicoles Mutter machte gerade Mittagspause in ihrer Boutique. "Hallo Mama, ich habe jemanden mitgebracht." Rief Nicole. Neugierig streckte ihre Mutter den Kopf aus der Küchentür. "Hallo, ich bin Nicoles Mutter Monika." Nicole und ihre Mutter guckten etwas erstaunt das Kensuke so hilflos guckte bis Nicole lachte. Dann meinte sie auf japanisch: "Entschuldige bitte Kensuke, ich muss mich erst daran gewöhnen das ich hier japanisch reden muss." Jetzt redete auch Nicoles Mutter japanisch und er fühlte sich gleich besser. "Du Mama, darf ich Kensuke die Sachen von Papa zeigen ? Er interessiert sich sehr dafür und wir sind auch vorsichtig." Fragte Nicole. "Ja geht nur, aber wirklich vorsichtig sein. Papa bringt dich sonst um." Lächelte ihre Mutter.

Nicoles Stiefvater hatte sich ein eigenes kleines Zimmer im Haus eingerichtet wo er seine Sachen aufbewahrte. Auch wenn er Luftschutz-Kommandant war, interessierte sich ihr Stiefvater von jeher für alles was mit der Schifffahrt zu tun hatte. Kensuke fühlte sich wie im Paradies denn das gesamte Zimmer war voll mit allerlei verschiedenen Schiffen die es bei der UN gab und gegeben hatte. Auf selbstgemachten Regalen standen die Modelle stolz aufgereiht und gaben dem Raum etwas maritimes.

Auch Regale mit Büchern über die UN, ihre Schiffe, ihre Flugzeuge und ihre Waffen gab es in Hülle und Fülle. "Das ist der absolute Wahnsinn." Hauchte er staunend. "Ja ja, das ist das große Hobby meines Vaters. Seit ich denken kann steckt er jede freie Minute in seine Schiffsmodelle. Hier gibt es nichts was es nicht gibt." Lachte Nicole. "Ja das sehe ich." Nickte er. Nach einer Weile rief Nicoles Mutter: "Kommt zum essen, ihr Zwei." In der Küche roch es sehr gut auch wenn Nicoles Mutter meinte: "Ich muss mich erst dran gewöhnen das es hier in Japan nicht die gleichen Sachen zum kochen gibt wie in Deutschland. Ich hoffe es schmeckt euch trotzdem."

Kensuke aß sowieso alles was es gab und dann verabschiedete er sich. "Kommst du auch mal zu uns? Meine Großmutter würde sich auch mal freuen dich zu bekochen." Nicole nickte. "Klar, prima." Als er gegangen war lächelte Nicoles Mutter. "Alle Achtung, was hast du dir denn da für einen niedlichen Jungen geangelt? Du bist gerade mal den ersten Tag in der neuen Schule und hast schon einen Freund?" "Hier in Japan ist die Mentalität eben anders, da gehen die Leute gleich auf einen zu und sind nicht so zurückhaltend wie in Deutschland. Es war echt toll, meine Klassenkameraden sind gleich auf mich zu gekommen und haben mir das Gefühl gegeben als würden sie mich schon ewig kennen. Nur die Schule scheint ganz schön schwer zu sein, da muss ich mich ziemlich anstrengen." Meinte Nicole.

Auch am nächsten Morgen freute sich Nicole sehr auf die Schule. Sie traf Rei vor der Schule. "Guten Morgen Rei." Rief Nicole ihr zu. Rei blieb stehen und nickte ihr zu. "Guten Morgen." Meinte sie leise. Nicole redete auf sie ein aber Rei erwiderte nicht viel. In der Pause fragte Nicole Shinji: "Wo wohnt Rei eigentlich? Ich würde sie nachmittags gerne mal besuchen." Shinji nannte ihr die Adresse, warnte Nicole aber. "Die Gegend in der Rei wohnt ist nicht gerade das was wir gewohnt sind." "Ach ,das macht nichts. Ihre Eltern sind wohl nicht sehr wohlhabend." Meinte Nicole. "Rei hat keine Eltern, sie wohnt allein. Und an deiner Stelle würde ich sie auch nicht danach fragen. Reis Vergangenheit liegt sehr im dunklen und nur wenige Leute scheinen etwas darüber zu wissen, noch nicht mal sie selbst." Informierte Shinji. Nicole fuhr sich durch die blonden Haare. "Puh, ich glaube ich muss über Rei noch einiges wissen." "Besser wäre es, ja. Aber geh sie einfach mal besuchen und lerne sie privat kennen. Dann verschaffst du dir einen besseren Überblick." Riet Shinji.

Also erkundigte sich Nicole nach den Fahrplänen der U und S Bahnen und fuhr zu Reis Wohnung. Beim suchen ihres Appartements sah sie das Shinji Recht gehabt hatte. Die Gegend war Bauland und ziemlich trostlos ohne eine Spur von Grün. Schließlich war Nicole angekommen und klingelte. Rei öffnete und sah Nicole etwas erstaunt an. "Äh, hallo Rei. Darf ich reinkommen? Ich wollte dich einfach mal besuchen. Aber wenn du keine Zeit hast komme ich gern ein anderes Mal wieder." Plapperte Nicole. Das war sonst nicht ihre Art, nur wenn sie aufgeregt war oder verlegen.

Rei sagte zwar nichts aber sie winkte Nicole hinein. Auch in Reis Wohnung sah es genauso trostlos aus wie von außen. Aber Nicole war taktvoll und verlor kein Wort darüber. "Schau mal, ich habe dir etwas mitgebracht. Es ist Butterkuchen, selbst gebacken. Ich hoffe du magst ihn." Sagte sie. Rei nahm ihn und sagte: "Danke." "Ähm, meine Mutter hat gesagt ich soll doch mal eine Klassenkameradin zum essen mitbringen. Möchtest du vielleicht?" fragte Nicole. Rei schaute Nicole intensiv an und fragte dann: "Warum machst du das?" "Was denn?" fragte Nicole. "Warum bist du so nett zu mir und versuchst dich um mich zu kümmern." Meinte Rei.

"Ganz einfach, weil ich dich nett finde. Du bist mir gleich am ersten Tag aufgefallen. Ich kann nicht genau sagen warum aber du gefällst mir. Du bist nicht so wie die anderen Mädchen aus der Klasse. Das ist jetzt nicht negativ gemeint, versteh mich da nicht falsch. Aber die meisten Mädchen haben in unserem Alter nichts als Jungs und Klamotten im Kopf. Das wichtigste ist ob der Lidschatten mit dem Lippenstift harmoniert oder ob der Rock farblich zum Pulli passt. Aber ich habe so das Gefühl als ob dich noch andere Sachen interessieren." Lächelte Nicole.

"Mir ist es egal wie ich aussehe. Jungs und Kleider interessieren mich auch nicht sonderlich." Meinte Rei. "Siehst du, das dachte ich mir gleich. Ich meine, Jungs interessieren mich schon und ab und zu ein neues Kleid oder einen neuen Pullover ist auch nicht schlecht aber das ist nun mal nicht alles. Außerdem bin ich nicht gerade der Typ Mädchen hinter dem die Jungen scharenweise herrennen." Lächelte Nicole. "Du bist hübsch, jeder der etwas anderes sagt kann nicht gucken." Meinte Rei. "Oh danke, aber ich finde mich nicht sonderlich aufregend. Zur Zeit interessiert mich nur gut in der Schule zu sein. Weißt du, in Deutschland war ich ziemlich faul und habe mich gehen lassen. Meine Lehrerin hat immer gesagt ich könnte viel mehr. Aber ich bin lieber mit meinen Freundinnen in die Stadt gegangen und bin shoppen gegangen. Nur hier in Japan, da seid ihr viel weiter im Lernstoff und von meinem Stiefvater habe ich gehört das hier viel wert auf eine gute Schulbildung gelegt wird. Das habe ich auch schon gemerkt auch wenn ich erst ein paar Tage hier bin. Ich will gleich von Anfang an hier gut mitkommen und dafür brauche ich einige Nachhilfestunden in verschiedenen Fächern." Meinte Nicole

Nicole fühlte sich nicht sehr wohl in dieser trostlosen Gegend und wollte Rei unbedingt dort heraus holen. Denn obwohl Nicole es gar nicht wollte, wollte sie immer allen Menschen helfen denen es schlechter ging als ihr selbst. "Möchtest du denn morgen mit zu mir kommen? Unser Haus ist richtig schön und ich habe noch drei Geschwister. Unser Zwillingspärchen ist erst drei Jahre alt, sie sind richtig süß." Erzählte Nicole begeistert. "Lieber nicht, vielleicht später einmal. Sei nicht böse." Meinte Rei. "Nein, ich bin doch nicht böse. Wenn ich dir ein bisschen zu sehr auf den Pelz rücke musst du es sagen, ja?" meinte Nicole. "Tust du nicht." Meinte Rei.

Nicole ging dann bald und nach Hause. Unterwegs traf sie auf Asuka und Shinji, die vom NERV Hauptquartier kamen. Nicole war so in Gedanken vertieft das sie fast an den beiden vorbei ging. "Huhu Nicole, auf welchen Pfaden wandelst du denn?" rief Asuka und Nicole schreckte auf. "Oh Asuka, Shinji, hallo. Entschuldige das ich euch nicht bemerkt habe." Meinte sie. "Wo kommst du denn her?" fragte Asuka. "Ich war Rei besuchen." Antwortete Nicole. "Rei? Rei Ayanami? Warum?" fragte Asuka nach. "Na ja, ich finde Rei sehr nett und irgendwie habe ich das Gefühl das sie sehr einsam ist. Vielleicht wird sie ja meine Freundin." Antwortete Nicole.

"Warum willst du ausgerechnet Rei als Freundin? Sie ist ziemlich langweilig." Meinte Asuka. "Hör auf Rei so herab zu setzen. Sie ist wirklich eine nette Seele." Verteidigte Shinji sie ärgerlich. "Ja Asuka, ich versteh dich nicht. Ich kenne zwar Rei noch nicht lange aber sie ist doch nicht langweilig. Sie scheint einsam und alleine zu sein und ich finde Freunde braucht jeder." Nickte Nicole. "Ja, ja bin ich hier in einen Rei Fanclub geraten?" knurrte Asuka. "Nein, aber du könntest netter sein, Asuka Langley." Meinte Shinji grinsend.

Aber auch wenn Rei beim ersten Versuch nicht so recht auf ihre Freundschaftsversuche eingegangen war gab Nicole nicht auf. Bei Gelegenheit würde sie es noch einmal versuchen. Aber zuerst einmal musste sich Nicole ranhalten um ihre schulischen Leistungen zu verbessern. Besonders in Mathematik war sie schon immer schwach gewesen. Aber nicht nur das, sondern auch faul war sie gewesen. Doch hier waren die Lehrer um einiges strenger und da in ihrer Klasse alle Schüler gut waren wollte sie nicht die einzige sein die dumm blieb.

Da Kensuke in Mathe ein wahres Genie war fragte sie ihn um Hilfe. "Klar helfe ich dir." Meinte er. Da schönstes Sommerwetter war gingen die beiden in den Stadtpark. Unter einem schattigen Baum setzten sie sich und holten ihre Sachen heraus. "Ich werde diese dummen Formeln nie auswendig lernen." Seufzte Nicole und starrte auf die Seite in ihrem Mathebuch. "Doch das wirst du, so schwierig ist das gar nicht." Beruhigte er sie. "Dann los, sonst werden wir heute nicht mehr fertig." Meinte Nicole und Kensuke fing an die Formeln abzufragen.

Kensuke war ein strenger Lehrer der keinen Fehler durchließ und so hatte Nicole die Formeln bald im Kopf. "Na siehst du, jetzt kannst du es." Meinte er. "Ja, hätte nie gedacht das ich das packe. Na ja, ich hatte ja auch einen guten Lehrer." Lächelte sie. Kensuke rutschte etwas näher an sie heran und meinte: "Einem so niedlichen Mädchen wie dir helfe ich doch gerne. Meinst du nicht das ich jetzt eine Belohnung verdient habe?" Dann machte er die Augen zu und spitzte die Lippen. Spätestens da wusste Nicole was er wollte. Zuerst wollte sie nachgeben aber dann küsste sie ihn trotzdem nur auf die Wange. "Das reicht erst mal, wir wollen doch nichts überstürzen." Grinste sie. "Na gut aber ich komme noch darauf zurück." Sagte er.

Eines Tages lernte Nicole auch Misato kennen. Asuka hatte sie eingeladen und da Misato ihren freien Tag hatte war sie auch da. Sie klingelte und Misato öffnete. Nicole musterte die junge Frau die gerade geduscht hatte und nur in einem knappen Badehandtuch an die Tür kam. "Guten Tag, ich bin Nicole, Asukas und Shinjis Klassenkameradin. Asuka hat mich eingeladen." Stellte sie sich vor. "Ach ja, Nicole, stimmt, Asuka hat mir von dir erzählt. Komm rein." "Also, ich bin Asukas und Shinjis Vormund, Misato Katsuragi." Dabei lächelte sie so freundlich und lieb das Misato gleich Nicoles Herz gewann.

"Asuka und Shinji haben schon von ihnen erzählt, Frau Katsuragi." Meinte Nicole. "Oh Gott, Frau Katsuragi hört sich an als wäre ich eine alte Jungfer, Sag Misato zu mir." Meinte sie. Nicole nickte. "Gut." Shinji stand am Abwaschtisch und spülte das Geschirr. "Du siehst ja niedlich aus mit dieser Schürze." Grinste sie Shinji an. Der wurde rot. "Fang du nicht auch noch so an wie Asuka. Anstatt mir bei der Hausarbeit zu helfen nörgelt sie entweder an mir herum das ich es nicht ordentlich mache oder sie ärgert mich damit das ich lieber Putzfrau statt EVA Pilot werden sollte." Knurrte Shinji.

Nicole lachte. "Hey, das wollte ich nicht. Es ist eben nur selten das ein Mann mit Schürze herum läuft. Aber sie steht dir und die Wohnung ist blitzblank." Tröstete sie ihn. "Ja, ich kann mit Stolz und ohne angeben zu wollen sagen das ich hier das meiste der Hausarbeit schmeiße. Wir haben zwar einen Haushaltsplan aber an den halten sich weder Misato noch Asuka." Meinte er. Da kam gerade Pen Pen um die Ecke. Nicole, die sämtliche Tiere auf dem Planeten über alles liebte, stürzte sich geradezu auf ihn.

"Ach Gott, ist der süß." Rief sie und schnappte ihn sich. Zuerst flatterte der Pinguin erschrocken aber als Nicole ihn sanft kraulte und mit ihm schmuste streckte er sich behaglich auf ihrem Schoß aus. "Jetzt hast du Pen Pens Herz erobert." Lächelte Misato. "Ich liebe Tiere aber ich darf keines haben. Mein Vater sagt das ich mich nicht genug darum kümmern würde. Aber wenn ich erst mal eine eigene Wohnung habe will ich auch ein Tier." Nickte Nicole. Da kam Asuka aus ihrem Zimmer. "Da bist du ja schon. Pünktlich bist du, das schätze ich sehr." Meinte sie zu Nicole. "Ich hasse Unpünktlichkeit wie die Pest." Nickte Nicole.

Asuka trat zu Shinji der meinte: "Die Kekse sind fertig, hier." Er reichte ihr das Tablett auf dem ein Haufen leckerer Kekse lagen. "Hoffentlich sind die auch genießbar." Sagte Asuka und schaute die Kekse misstrauisch an. "Die sind sehr gut." Meinte Shinhi. Nicole war erstaunt und ihr Blick ging zwischen Asuka und Shinji hin und her. "Du willst Kekse, Asuka, und Shinji muss sie dir backen? Kannst du das nicht selber?" fragte sie. "Ich könnte schon doch ich will nicht. Shinji muss ja für etwas nützlich sein." Grinste Asuka fies und nahm die Kekse mit in ihr Zimmer. "Und du lässt dir das gefallen? Sag ihr nächstes Mal doch das sie ihren Mist alleine machen soll. Du solltest dich nicht ausnutzen lassen." Setzte Nicole ihm den Kopf zurecht.

"Wenn sie die Kekse selber macht herrscht hier in der Küche ein furchtbares Chaos und Asuka schimpft lauthals das alles nicht klappt und zu allem Überfluss lässt sie die Kekse dann auch noch anbrennen so das sie ungenießbar sind. Dann sieht die Küche aus wie ein Saustall, Asuka schmollt und mault vor sich hin und die Kekse sind pfutsch. Um das zu vermeiden mache ich sie lieber gleich selber. Außerdem habe ich genug Kekse gebacken das sie auch noch für Misato und mich reichen." Erklärte Shinji lächelnd. "Hm, gut, das ist ein Argument aber ich finde trotzdem das sie dich ganz schön rumkommandiert." Sagte Nicole. "Lass mal, ich komme schon gut mit ihr zurecht." Meinte Shinji.

"Nicole, kommst du endlich?" rief Asuka nach ihr. "Nein, ich unterhalte mich mit Shinji." Rief Nicole zurück und grinste den Jungen dann an. "Siehst du, ich tanze gewiss nicht nach ihrer Pfeife. Sie soll mal lernen das die Welt sich nicht nur um sie dreht." Shinji nickte. "Ja Tiger, gibs ihr." Grinste Shinji. Da erschien Asuka in der Küche. "Was ist denn los? Ich habe alles fertig, kommst du?" erkundigte sie sich bei Nicole. "Ja, jetzt bin ich fertig." Nickte Nicole und folgte ihr in ihr Zimmer.

"Interessiert dich Shinji?" fragte Asuka unverblümt. "Äh was?" fragte Nicole verdutzt. "Na ob du in ihn verliebt bist." Hakte Asuka nach. "Ach was, ich finde nur das er ein netter Junge ist. Und du solltest auch netter zu ihm sein." Sagte Nicole. "Ach, er kennt mich und meine Art und weiß das ich es nicht ernst meine. Und wenn er ab und zu mal ein paar Kleinigkeiten für mich erledigt dann tut das keinem weh. Außerdem kriegt er ja auch was dafür." Grinste Asuka lausbübisch. "Was denn?" fragte Nicole neugierig. "Tja, was so ein Junge mitten in der Pubertät eben braucht. Ich laufe öfter mal etwas, nun ja, leicht bekleidet durch die Wohnung. Er darf öfter mal einen Blick in meine Bluse werfen oder ich schmuse manchmal ein bisschen mit ihm. Ich weiß ganz genau das ihn das ziemlich anmacht und so beschere ich ihm öfter mal erotische Phantasien in der Nacht. So ist jedem gedient." Grinste Asuka. Nicole kicherte. "Asuka Langley, du bist wirklich fies."

"Warum denn?" meinte Asuka mit unschuldigem Blick. "Du hältst ihm deine weiblichen Reize unter die Nase, die ja nun nicht gerade wenig sind, und er darf nur von dir träumen." Meinte Nicole. "Oh, wenn ich besonders gut drauf bin darf er mich manchmal sogar anfassen. Zwar nur im ungefährlichem Bereich aber das reicht erst mal. Glaub mir Nicole, deshalb hat der liebe Gott uns Frauen unsere Reize gegeben, damit wir uns in dieser Männerwelt besser zurecht finden." Lachte Asuka. "Hm, du hast ja irgendwie recht. Sollte ich demnächst auch mal versuchen." Grinste Nicole. "Du kannst es ja bei Kensuke versuchen, der ist sehr empfänglich dafür." Warf Asuka ein. "Ja, er hat es ja schon versucht." Meinte Nicole und erzählte Asuka davon.

Nicole und Asuka wurden bald Freundinnen was Toji, Kensuke und Shinji ziemlich wunderte. "Asuka ist doch eine Ziege." Sagte Toji der oft unter Asukas spitzen Bemerkungen zu leiden hatte. Aber die Freundschaft zwischen Nicole und Asuka konnte nur deshalb klappen weil Nicole sich nichts von Asuka gefallen ließ. Wenn Asuka mal zwischendurch ihre überhebliche Art raushängen ließ holte Nicole sie mit einigen scharfen Bemerkungen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Auch Hikari war oft mit von der Partie und so unternahmen Asuka, Hikari und Nicole viel gemeinsam.

Aber auch wenn die drei Mädchen oft zusammen waren hatte Nicole Rei nicht vergessen. Ein bisschen umgänglicher war Rei schon geworden denn Nicole ließ nicht von ihr ab. Da Rei nicht gerade redselig war redete Nicole um so mehr. Rei hatte gar keine Chance ihr zu entkommen. Shinji gab ihr wieder einen Tipp. "Du hast ja sicher schon mitgekriegt das Rei sehr gut in Soziologie ist. Das ist ja einer deiner Schwachpunkte wie du gesagt hast. Bitte sie doch dir ein paar Nachhilfestunden zu geben, das tut sie sicher. Macht das am besten in eurem Haus damit sie aus ihrer Bruchbude heraus kommt. Dann lernt sie ganz unauffällig deine Umgebung kennen und taut auf. Sie hilft dir sicher denn Hilfsbereitschaft steht bei ihr an erster Stelle." "Man Shinji, du bist ein Schatz, darauf bin ich noch gar nicht gekommen." Rief Nicole und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

Sie setzte den Vorschlag gleich in die Tat um. "Du Rei, darf ich dich mal was fragen?" fing Nicole an. "Sicher.." nickte Rei. "Wie du ja sicher schon gemerkt hast bin ich in Soziologie sehr schwach. Dieses Fach ist einfach nicht mein Ding. Ich brauche für mein nächstes Zeugnis aber mindestens eine Drei und da du in Soziologie sehr gut bist dachte ich, du hilfst mir vielleicht?" fragte Nicole. Rei nickte. "Natürlich helfe ich dir." "Oh danke, wie wäre es wenn wir heute Nachmittag gleich damit anfangen. Du kannst gleich nach der Schule mit zu mir kommen." Meinte Nicole. "Ist gut." Nickte Rei. <Shinji, ich liebe dich.> dachte Nicole erfreut.

Nicoles Mutter war mittags auch immer zu Hause und so lernte Rei gleich Nicoles zehnjährige Schwester Stefanie kennen die ihrer Mutter gerade lebhaft die neuen Klassenkameraden in ihrer Klasse schilderte. "Hallo mein Schatz, da bist du ja. Und wie ich sehe hast du gleich eine Freundin mitgebracht." Begrüßte Monika Krüger ihre Tochter und Rei. "Ja, das ist Rei Ayanami, sie hilft mir in Soziologie. Kann sie mitessen?" fragte Nicole. "Aber natürlich." Nickte Frau Krüger. Stefanie, die Fremden gegenüber immer etwas misstrauisch war, hatte Rei von weitem kritisch beäugt und kam nun näher. "Ich bin Stefanie." Meinte sie und Rei lächelte. "Ich bin Rei."

Da kamen auch schon die Zwillinge Kai und Anja in die Küche getapst. Mit ihren drei Jahren waren sie etwas stressig denn sie fassten alles an und rissen gerne sämtliche Sachen vom Tisch. Und da sie zu zweit waren und Nicoles Mutter nur zwei Hände hatte musste man sie immer im Auge behalten. "Hunger hab." Meinte Kai und Anja tönte auch gleich das gleiche. "Setzt euch schon mal an den Tisch, gleich gibt es essen." Meinte Nicoles Mutter und mit lautem Getöse setzten sie sich auf die Stühle. Stefanie hatte noch einen Teller, Besteck und ein Glas für Rei hingestellt. "Danke." Nickte Rei. "Bitte." Meinte Stefanie die immer gern half.

Und nun lernte Rei einen Haushalt mit zwei kleinen Kindern kennen. Stefanie war ruhig, man merkte sie kaum. Aber Kai und Anja hatten nicht die Geduld dauernd stillzusitzen und machten ihre Faxen. "Nun ist aber Schluss ihr Zwei, sonst gibt es was auf die Finger." Rief Nicoles Mutter schließlich ein Donnerwort. "Du siehst, hier geht es immer hoch her. Seid die Zwillinge da sind ist es bei uns nie langweilig." Lachte Nicole. "Ich habe leider keine Geschwister." Meinte Rei. "Na, manchmal wünschte ich mir auch keine. Denn mit der Ruhe ist es Käse." Lachte Nicole. Nach dem essen zeigte Nicole Rei ihr Zimmer. Es lag unter dem Dach und war ziemlich groß. An den Wänden klebten teenagertypisch Poster von einigen Popstars und an den Fenstern hingen zartgelbe Vorhänge. Dann gab es noch einen großen Schreibtisch mit einem Laptop darauf und einige Nippenssachen die junge Mädchen eben so haben. Auf einem Tisch standen noch eine Musikanlage und ein Fernseher.

"Du hast es sehr hübsch hier." Meinte Rei. "Ja, finde ich auch. Ich durfte mir das Zimmer so einrichten wie ich es wollte. In Deutschland hatten wir ein viel kleineres Haus, da musste ich noch mit Stefanie zusammen wohnen. Und Kai und Anja hatten auch ein Zimmer zusammen. Jetzt hat jeder sein eigenes Reich, meine Eltern unten und wir Geschwister hier oben. Die UN hat uns dieses Haus extra zur Verfügung gestellt. Zuerst wollte mein Vater nicht aus Deutschland weg, er wollte uns Kinder nicht aus unserer gewohnten Umgebung herausreißen und uns einer völlig fremden Kultur aussetzen. Aber dann meinten er und meine Mutter das dass vielleicht gar nicht so schlecht wäre. Wir wären noch jung und könnten uns schnell daran gewöhnen. Und außerdem bot ihm die UN ein viel besseres und größeres Gehalt, das Haus hier mietfrei und ein neues Auto dazu. Und meine Mutter hat hier auch schnell eine geeignete Boutique für ihre Kleider gefunden, schön in der Stadt gelegen."

"Gefällt es dir denn hier? Vermisst du deine Freunde gar nicht?" fragte Rei. "Doch, zuerst war ich sehr böse auf meine Eltern das sie hierher ziehen wollten aber jetzt ist es okay. Die Umgebung ist sehr schön und in der Schule gefällt es mir auch. Aber nun sag mir doch mal Rei, warum wohnst du in so einer grauslichen Wohnung wie deiner? Das ist doch gefährlich diese Bruchbude. Du kannst mir doch nicht sagen das es dir da gefällt." Fragte Nicole. Rei zuckte mit den Schultern. "Ich brauche nicht viel." "Aber du brauchst doch jemanden der sich um dich kümmert." Bohrte Nicole nach. "Kommandant Ikari kümmert sich sehr gut um mich. Hier in Japan ist es eben anders als bei euch in Deutschland. Hier kümmern sich die Menschen früh um sich selbst." Meinte Rei. "Also gut, es geht mich eigentlich gar nichts an, willst du sagen, stimmst?" lächelte Nicole. "Mach dir keine Sorgen um mich." Lächelte Rei zurück.

Und dann wurden erst einmal die Hausaufgaben zusammen gemacht. Nicole fiel es zuerst nicht gerade leicht so fleißig in der Schule zu sein da sie für diese nie viel übrig gehabt hatte. In ihrer alten Klasse hatte es solche Schüler oft gegeben denn wer lernte schon gerne? Aber in ihrer neuen Klasse gaben sich alle Mühe und es gab nur wenige die schlechte Noten hatten. "Du bist aber schon viel besser geworden." Tröstete Rei. "Ja, nicht wahr? Ich möchte meine Eltern mit einem guten Zeugnis überraschen. Komisch, vor ein paar Monaten war es mir ziemlich egal ob mein Zeugnis gut war." Wunderte sich Nicole. "Wahrscheinlich hast du erkannt das man nicht für die Schule lernt sondern für sich selber." Meinte Rei. "Hm, vielleicht. Sag mal, ich habe bemerkt das du manchmal in der Schule fehlst aber so unregelmäßig. Wie kommt das?" fragte Nicole. "Nun, Kommandant Ikari braucht mich öfter für Testläufe und Synchrontests und dann fehle ich." Antwortete Rei.

"Und was sind das für Tests? Ich höre oft das Shinji, Asuka, Toji und du EVA Piloten seid. Was ist das denn? Und wer ist Kommandant Ikari?" fragte Nicole neugierig. "Kommandant Ikari ist der Vater von Shinji und mein Vormund. Aber über die EVA darf ich dir nichts sagen, das ist geheim." Meinte Rei. "Hm okay, wenn du das nicht darfst will ich auch nicht weiter fragen. Shinjis Vater habe ich noch nie gesehen. Sieht er gut aus?" fragte Nicole kichernd. "Ja, er sieht sehr gut aus und sehr lieb zu mir. Shinji und er kommen nicht so gut zurecht und deshalb wohnt er bei Misato Katsuragi." Informierte Rei.

Nicole hatte noch viele Fragen die Rei treu beantwortete und es war abends bis Rei erschrocken auf die Uhr sah. "Schon acht? Ich war viel zu lange hier, ich muss gehen." Rief sie. "Aber warum denn? Du könntest heute doch hier schlafen." Schlug Nicole vor. "Nein, vielen Dank, das geht nicht. Vielleicht ein anderes Mal." Meinte Rei. "Okay, ich bringe dich runter." Meinte Nicole. Trotzdem war Nicole zufrieden mit dem Tag. Sie fühlte das sie auf dem besten Wege war Reis Freundschaft und ihr Vertrauen zu gewinnen.

Asuka war das allerdings ein großer Dorn im Auge. Sie war es nun mal gewohnt das man ihre Freundschaft suchte und nichts Reis. Die meisten Mädchen in der Klasse wollten Asuka zur Freundin weil diese immer die Oberhand hatte und außerdem sehr hübsch war. Das lockte viele Jungs an und davon konnten eben auch die anderen Mädchen profitieren. Das waren zwar nicht gerade edle Motive aber Teenager dachten eben gerne an sich selbst. Und Asuka war das egal, Hauptsache sie konnte viele Bewunderinnen um sich scharen. Viele redeten Asuka auch nach dem Mund aus Angst von ihr verstoßen zu werden wenn sie etwas anderes sagten. Das tat Nicole allerdings nicht, sie hatte ihre eigene Meinung über Asuka.

Nicole erzählte Shinji, Toji, Kensuke und Asuka begeistert von ihrem Tag mit Rei. Die drei Jungs freuten sich das Nicole Reis Freundschaft suchte denn auch sie wussten das Rei im Grunde ihres Herzen ziemlich einsam war. Nur Asuka verzog das Gesicht. "Ich versteh dich nicht, Nicole, was scharwenzelst du bloß immer um Ayanami herum?" meinte sie kopfschüttelnd. "Du verstehst vieles nicht Asuka. Ich habe es dir schon hundert Mal erklärt, ich finde Rei sehr nett und ich kann ihre traurigen Augen nicht ertragen. Ich will das sie mal aus vollem Herzen lacht und unbeschwert ist wie wir anderen auch. Jeder braucht einen guten Freund und das will ich Rei sein. Was ist daran denn so schwer zu verstehen?" meinte Nicole. Shinji, Toji und Kensuke grinsten sich zu und Toji meinte: "Jaja unsere Miss Langley ist eben etwas schwer von Begriff. Alles soll sich immer nur um sie drehen und jeder muss ihr zu Füßen liegen sonst ist bei Madame schmollen angesagt." Asuka holte aus und verpasste Toji eine Kopfnuss. "Baka." Rief sie ihm ihr Lieblingswort ins Gesicht. Toji rieb sich schmerzverzerrt den Kopf, zwinkerte Nicole aber verschmitzt zu.

Asuka hatte auch schon früher manchmal spitze Bemerkungen gegen Rei losgelassen, auch in ihrer Gegenwart. Rei hatte das anscheinend nie großartig gestört, und wenn, dann hatte sie sich nichts anmerken lassen. Aber jetzt, wo Nicole Rei mehr Aufmerksamkeit als ihr schenkte hörten die Bemerkungen gar nicht mehr auf. Je nach Asukas Stimmung waren die Bemerkungen harmlos oder verletzend. Meistens drückte Nicole nur Reis Hand wenn Asukas lautes Organ durchs Klassenzimmer schallte aber manchmal platzte Nicole regelrecht der Kragen.

An diesem Morgen, wo der große Streit zwischen Asuka und Nicole begann, hatte Nicole sowieso schlechte Laune. Dafür gab es zwar keinen bestimmten Grund aber es war eben einer der Tage gewesen wo sie mit dem falschen Fuß aufgestanden war. Asuka stand mit ein paar Mädchen zusammen und Nicole kam hinzu. "Guten Morgen." Meinte sie. "Morgen Nicole, wir unterhalten uns gerade über unsere Periode. Hast du deine eigentlich auch schon?" fragte Hikari leise damit die Jungs nichts von der Unterhaltung mitkriegten. Nicole nickte. "Ja, ich hab sie schon mit dreizehn gekriegt. Das ist vielleicht ein Kreuz, findet ihr nicht?" seufzte sie und die restlichen Mädchen seufzten gleich mit.

"Tja, da braucht sich unsere Rei ja keine Sorgen zu machen. Sie hat ihre ja noch nicht. Sie ist eben rundherum noch ein Baby." Kicherte Asuka, natürlich so laut das Rei es hörte die sich in ihrem Mathebuch vertieft hatte. Jeder war daran gewöhnt und keiner hätte mit einer Reaktion von Rei gerechnet. Doch bei diesem Thema war auch Rei sehr empfindlich. Und als sie die anderen Mädchen über Asukas Bemerkung kicherten und Asuka mit zufriedenem Gesicht dastand und Rei triumphierend ansah, da schob Rei jäh ihren Stuhl zurück so das er umfiel und lief aus dem Zimmer.

Nicole hatte nicht mitgekichert und jetzt war es soweit, sie war auf 180. Wutschnaubend baute sie sich vor Asuka auf. "Du bist ein fieses und boshaftes Miststück, weißt du das? Wer von uns wohl das Baby ist. Rei lässt sich schon viel zuviel von dir gefallen. Ich habe noch nie so einen niederträchtigen Menschen wie dich gesehen. Du tust anderen Leuten zum Spaß weh und hast eine diebische Freunde daran. Widerlich bist du, einfach widerlich. Hat deine Mutter dir keinen Anstand beigebracht?" schrie Nicole und plötzlich herrschte im Zimmer tödliche Stille. Alle waren erschrocken und warteten gespannt auf Asukas Reaktion. Und diese wurde kreideweiß denn Nicole hatte ein heikles Thema angeschnitten, Asukas Mutter. Keiner wusste von dem schrecklichen Unfall Asukas Mutter, ihrem schlimmen Zustand danach und ihrem traurigem Tod. Und keiner wusste das Asuka als kleines Mädchen ihre Mutter erhängt im Zimmer gefunden hatte. Seitdem versuchte Asuka ihr Trauma hinter einer Fassade von Selbstsicherheit und Selbstüberschätzung zu verstecken. Das Asuka im tiefsten Winkel ihrer Seele und ihres Herzens ein genauso einsames Mädchen war wie Rei wusste nur sie selbst.

Lange Zeit hatte Asuka es perfekt geschafft den schrecklichen Anblick ihrer toten Mutter zu verdrängen aber Nicoles Worte hatten alles wieder aufgewühlt. Ihre Mutter erhängt mitten im Zimmer, ihr zufriedener Gesichtsausdruck und ein kleines Mädchen das nicht fassen konnte was sie da sah, das alles sah Asuka plötzlich wieder vor sich. Mit erstickter Stimme, Tränen im Gesicht und starren Augen hauchte Asuka: "Lass meine Mutter aus dem Spiel." Dann rannte auch sie aus dem Raum.

Nicole hatte sich selbst über Asukas Gesicht erschrocken aber sie lief erst einmal Rei hinterher die im Flur am Fenster stand. "Rei, es tut mir leid was Asuka gesagt hat. Sie ist einfach unmöglich." Meinte Nicole. "Es ist schon wieder gut. Ich kenne Asuka ja gut genug um zu wissen das sie mich gerne ärgert." Meinte Rei. "Trotzdem ,irgendwann ist Schluss mit diesen verletzenden Bemerkungen. Du tust ihr doch nichts." Meinte Nicole. Rei drehte sich zu ihr und sah ihr fest in die Augen. "Warum tust du das alles? Warum verteidigst du mich vor ihr?" fragte Rei leise. "Weil ich es grundsätzlich nicht leiden kann wenn einer einen schlecht behandelt. Weißt du, ich hatte in meiner alten Klasse auch ein Mädchen die mich immer geärgert hat. Auch sie hat mir böse und verletzende Bemerkungen zugerufen, sooft sie konnte. Ich tat immer so als würde ich darüber stehen aber manches hat mich tief getroffen. Ich weiß wie weh so was tut und das gönne ich keinem. Außerdem will ich nicht das meine Freunde traurig sind." Erklärte Nicole.

"Ich bin deine Freundin?" fragte Rei. "Aber sicher, wenn du das willst. Ich wollte vom ersten Tag an deine Freundin sein. Seit ich gesehen habe wie du wohnst ist dieser Wunsch sogar noch stärker geworden. Du brauchst jemanden der dich ab und zu dort heraus holt um dir zu zeigen das es mir nicht egal ist wenn du einsam bist. Ich will dich irgendwann einmal aus vollstem Herzen lachen sehen und hören und dir zeigen das dass Leben wunderschön sein kann wenn man es zulässt. Aber wenn man sich vor dem Leben verschließt, verschließt man sich vor sich selbst. Gerade in dieser Zeit voll Krieg, Leid und Trauer sollte man jeden Tag als Geschenk betrachten und ihn genießen. Man sollte sich an jedem kleinen Schmetterling freuen, an jedem Käfer und immer daran denken das die herrliche Natur uns das alles beschert. Und uns jeden Tag bewusst sein das Gott uns einen herrlichen Planeten geschenkt hat an dem wir uns erfreuen sollen. Komm Rei, lass mich dir meine Welt zeigen und sie auch zu deiner machen." Rief Nicole. Und plötzlich bekam Nicole das schönste Geschenk was Rei zu vergeben hatte, ein Lächeln. "Ich freue mich deine Welt kennen zu lernen." Nickte sie und in Reis Augen konnte Nicole sehen das sie jetzt endgültig ihre Freundschaft gewonnen hatte.

Jetzt blieb nur noch das Problem Asuka. Nicole spürte zwar das sie mit Asukas Mutter einen wunden Punkt berührt hatte aber entschuldigen wollte sie sich nicht. Zu oft war Asuka boshaft und unfair gewesen, aus ihrem Munde kam auch nie eine Entschuldigung. Als Nicole und Rei zurück in die Klasse kamen saß Asuka schon wieder, mit hoch erhobenem Näschen, in ihrer Bank. Sie würdigte die beiden keines Blickes aber auch Nicole sah an ihr vorbei. Shinji, der Nicole und Asuka gleichermaßen mochte, flüsterte Kensuke zu: "Warum müssen Mädchen immer so kompliziert sein? Ich werde sie nie verstehen." "Ich auch nicht, da bist du nicht allein. Aber ich finde Asuka hatte mal einen Denkzettel verdient. Jetzt hat sie mal am eigenen Leibe erlebt wenn eine Bemerkung weh tut." "Auch wieder wahr." Nickte Shinji der oft genug unter Asukas spitzen Bemerkungen zu leiden hatte.

Von nun an würdigten sich Asuka und Nicole keines Blickes mehr. Jede tat als wäre die andere Luft. Asukas Bemerkungen richteten sich jetzt nicht mehr nur an Rei aber Nicole konterte dementsprechend zurück. "Weiber." Meinte Toji nur. "Ja, Männer würden sich einmal richtig prügeln und alles ist wieder in Ordnung aber Frauen? Die kriegen das nicht hin und machen sich lieber fertig." Seufzte Kensuke. "Macht echt keinen Spaß mehr in die Schule zu gehen." Nickte auch Shinji. Zu allem Überfluss verlangte Asuka jetzt auch noch von Shinji das er sich von Nicole fernhalten sollte. Aber da machte Shinji nicht mit.

"Lasst mich bitte aus eurem Streit heraus. Ich mag euch beide gern und ergreife für keinen Partei." Meinte er. "Du bist mir ja ein toller Freund." Knurrte Asuka aber sie musste einsehen das Shinji sich zu keiner weiteren Diskussion herab ließ. "Es tut mir leid das ihr euch meinetwegen gestritten habt." Meinte Rei eines Nachmittags als sie mit Nicole und den Zwillingen Kai und Anja im Stadtpark spazieren gingen. "Ach ,es war nicht deinetwegen. Asuka ist endgültig zu weit gegangen. Sie nimmt sich viel zu wichtig und solche Leute hasse ich wie die Pest." Meinte Nicole unwillig. "Ich glaube Asuka tut nur so stark, sie ist es gar nicht. Wir sollen nur glauben das sie eine starke Persönlichkeit hat aber in Wirklichkeit hat sie Angst nicht gut genug zu sein. Aus Angst vor Einsamkeit trägt sie dick auf damit jeder sie bewundert." Meinte Rei leise.

Nicole sah sie erstaunt an. "Du verteidigst sie? Obwohl sie so gemein zu dir ist?" fragte sie. Rei lächelte leicht. "Ich kenne Asuka etwas länger als du, glaub mir, ich habe Recht. Genauso ist es beim Kampf gegen die Engel, sie muss die Beste sein und der Sieger. Wäre sie das nicht würde sie an Selbstzweifeln zerbrechen. Deshalb gibt sie alles um gut dazustehen. Außerdem hast du ein heikles Thema angeschnitten, ihre Mutter. Es ist damals etwas schreckliches mit ihr passiert was Asuka verdrängt. Ich weiß nichts genaues darüber aber in unbeobachteten Augenblicken gibt Asuka einen Einblick in ihre Seele frei was man dann in ihren Augen sieht. Einen Hauch von Traurigkeit, Einsamkeit und Verlassenheit." Meinte Rei.

Nicole kamen Zweifel ob sie sich richtig gegenüber Asuka verhielt. "Soll ich mal mit ihr sprechen?" fragte Nicole. "Tu es ruhig aber wundere dich nicht wenn sie zuerst abblockt. Aber du weißt ja wie man Menschen auf deine Seite zieht." Sagte Rei und lächelte etwas verschmitzt. Nicole lachte. "Ich weiß was du meinst. Okay, ich versuche mein Glück bei Asuka." Nahm sie sich vor.

Aber es war gar nicht so leicht wieder Zugang zu Asuka zu finden. Als Nicole zu ihr sagte: "Wir sollen mal miteinander reden, meinst du nicht auch?" antwortete Asuka: "Was haben wir beide uns denn noch zu sagen? Deine Meinung über mich kenne ich ja nun. In deinen Augen bin ich ein unwürdiges Subjekt die jedem nur schaden will." "Komm schon, ich war etwas heftig das gebe ich zu, aber du warst auch unfair. Lass mich rein und wir sprechen mal miteinander." Sagte Nicole. Asuka gab die Tür frei und die beiden gingen in ihr Zimmer.

Asuka machte es Nicole nicht gerade leicht aber Nicole fing trotzdem an. "Der Vorfall im Klassenzimmer tut mir leid aber ich war ziemlich ärgerlich. Warum hackst du dauernd auf Rei herum? Was hat sie dir denn getan? Und zu Shinji bist du auch nicht gerade nett. Es würde dir sicherlich nicht schaden wenn du etwas netter wärst." "Fängst du schon wieder an mich zu kritisieren? In deinen Augen mache ich ja wohl gar nichts richtig. Ich bin eben etwas ruppig, das ist eben so meine Art." Rief Asuka. "Ich kritisiere dich nicht, ich sage nur was stimmt." Verteidigte sich Nicole.

Asuka stand am Fenster und sah hinaus. Dann fragte Nicole: "Ich habe gemerkt das du beim Thema Mutter ziemlich fassungslos reagiert hast. Was ist mit deiner Mutter?" Asuka fuhr herum und rief: "Lass meine Mutter aus dem Spiel, sofort." Aber plötzlich fiel Asukas aggressive Fassade und sie fing an zu weinen. Damit Nicole ihre Tränen nicht sah drehte sie sich um. Eine kleine Weile ließ Nicole sie in Ruhe, dann stand sie auf und legte Asuka die Hand auf die Schulter. "Erzähl mir was dich bedrückt, es hilft sich auszusprechen." Asuka fing an zu erzählen. "Ich war acht Jahre alt als ich erfuhr das ich als geeignete Kandidatin für das steuern der EVA auserwählt wurde. Diese Ehre wird nicht jedem zuteil und ich freute mich sehr darüber. Ich bin sofort zu meiner Mutter gelaufen um ihr die große Neuigkeit mitzuteilen. Und dann. . . dann habe ich die Tür aufgerissen und. . . weiter kam Asuka nicht denn wieder liefen die Tränen. Wütend über ihre Schwäche wischte sie sie trotzig weg. "Und dann?" fragte Nicole leise. "Meine Mutter. . . sie hing mitten im Zimmer an der Decke. Sie hatte sich erhängt." Erzählte Asuka weiter. "Oh Gott." Hauchte Nicole leise.

"Ich habe versucht nicht mehr daran zu denken und habe diesen Anblick auch gut verdrängen können. Und dann kamst du und nun sind diese Bilder wieder da. Ich sehe wieder meine Mutter, tot und dennoch glücklich. Ja Nicole, sie sah zufrieden und glücklich aus. Davor war meine Mutter schon krank gewesen und sie hatte sich sehr verändert. Sie lebte in ihrer eigenen Welt und es war als würde eine Mauer um sie sein die keiner durchbrechen konnte. Kein Arzt konnte ihr helfen, kein Priester oder Psychologe hätte Zugang zu ihr gefunden. Und auch wenn meine Mutter nicht mit mir sprach, wusste ich immer sie hört mich. Sie war da und das reichte mir. Aber plötzlich war ich ganz allein denn sie hatte sich feige aus dem Staub gemacht. Feige war sie, so feige."

Die letzten Worte hatte sich Asuka geradezu von der Seele geschrieen, so laut und impulsiv das es an der Tür klopfte. "Alles in Ordnung bei euch?" fragte Misato leise. Asuka antwortete nicht aber Nicole schlüpfte hinaus und sagte: "Ja, Asuka ist nur etwas aufgeregt." "Okay." Nickte Misato. Als Nicole ins Zimmer zurück kam hatte sich Asuka wieder einigermaßen gefangen. Jeglicher Trotz oder Wut war verschwunden, sie sah nur furchtbar hilflos aus, so wie selten jemand das hübsche Mädchen sah.

"Na los, jetzt kannst du deine Witze über mich machen. Ich habe keine so tolle Familie wie du, mit lieben Eltern und Geschwistern, einem tollen Haus und jemanden mit dem ich über meine Sorgen reden kann." Meinte Asuka leise. Sie bot ein Bild des Jammers, so zusammen gesunken, mit hängenden Schultern. "Ich mache bestimmt keine Witze. Es tut mir leid wenn ich schlimme Erinnerungen wieder in dir wachgerufen habe. Das war sicherlich nicht meine Absicht. Und das du niemanden hast mit dem du reden kannst, stimmt doch gar nicht. Du bist auch nicht allein. Du kannst immer zu mir kommen, Tag und Nacht. Jetzt verstehe ich dich besser und entschuldige mich für meine böse Worte die ich zu dir sagte. Verzeihst du mir?" fragte Nicole.

Sie reichte Asuka die Hand und diese zögerte etwas. Aber ein Blick in Nicoles Augen sagte ihr das diese es ernst meinte. Asuka ergriff sie schließlich und die beiden Mädchen lächelten sich an. "Wieder Freunde?" fragte Nicole. "Ja, wieder Freunde." Antwortete Asuka. "Ich hasse Missverständnisse, zum Glück ist jetzt alles geklärt." Meinte Nicole die immer sehr darunter litt wenn jemand mit ihr böse war.
Toji feierte seinen fünfzehnten Geburtstag und lud seine Freunde ein. Unter anderem waren Asuka, Hikari, Nicole, Shinji, Rei und Kensuke dabei. "Meine Eltern sind nicht da und überlassen mir das Haus. Allerdings haben meine Großeltern ein Auge auf uns." Meinte er. "Ui, das wird prima. Eine richtige Party ohne Erwachsene, einfach cool." Rief Asuka.

Tojis Großmutter bereitete das Essen vor, es gab ein kaltes Buffett mit allem was das Herz begehrte, und sein Großvater schaffte die Getränke ran. Asuka, Rei, Hikari und Nicole kamen schon ein paar Stunden vor der Party um den großen Salon etwas zu schmücken. Toji, Kensuke und Shinji bauten die Musikanlage auf. Bald trudelten auch die restlichen Gäste ein, unter anderem auch Tojis Cousin Seiya. "Hallo, der ist genau der Richtige für mich." Raunte Asuka Nicole zu. "Jep, schnapp ihn dir. Allerdings wird das Shinji nicht gefallen." Grinste Nicole. "Shinji ? Pöh, der überlebt das schon." Winkte Asuka ab und pirschte sich an Seiya heran.

Es wurde eine ausgelassene Party mit Musik, tanzen und lachen. Seiya war gerne auf Asukas Flirtversuche eingegangen und die beiden unterhielten sich prächtig. Shinji war zuerst eifersüchtig gewesen aber schließlich unterhielt er sich mit Rei die in ihrem blassgelbem Kleid richtig süß aussah. Hikari hatte ihre Zöpfe abgelegt die sie sonst immer trug und ihre Haare in weiche Locken gelegt. Glitzernde Spangen schmückten sie und sie trug einen karierten Minirock und ein hellblaues Shirt mit tiefem Ausschnitt. "Alle Achtung, ich glaube ich sollte sie mir mal genauer ansehen." Grinste Toji und den Rest des Abends hatte Hikari Gesellschaft. Und auch Nicole war nicht allein denn da war ja Kensuke der den ganzen Abend an ihrer Seite war.

Allerdings war die Party nur bis zu dem Zeitpunkt gut bis plötzlich ein paar von Tojis Freunden Bier und anderen Alkohol ins Spiel brachte. Da keiner von ihnen das gewohnt war waren bald einige ziemlich beschwipst. Nicole, Shinji und Rei verzichteten darauf. "Das ist eine Sauerei. Alkohol ist nie gut." Knurrte Nicole. Ihr richtiger Vater war schwerer Alkoholiker, deshalb hatte sich ihre Mutter scheiden lassen. Nicoles Geschwister waren damals noch zu klein gewesen aber Nicole hatte die Streitereien ihrer Eltern dauernd miterlebt. Ihr Vater war nur aggressiv wenn er zuviel getrunken hatte, was fast jeden Tag vorkam. Nicole hatte sich geschworen nie zuviel zu trinken.

Asuka und Hikari kicherten durch das Bier unnatürlich viel herum und Toji sowie Seiya nutzten das aus um etwas aufdringlich zu werden. Toji hatte Hikari aufs Sofa gezogen und schon bald wanderten seine Hände unter ihr Shirt. Genauso sah es bei Asuka und Seiya aus die heftig knutschend und fummelnd in einer Ecke saßen. "Das gucke ich mir nicht an." Rief Nicole und lief hinaus in den Garten der das Haus der Suzuharas umgab. Es war eine laue und warme Sommernacht und tausend Sterne standen am Himmel. Nicole legte sich einfach mitten auf den Rasen und schaute hinauf. Sie dachte nach und musste sich eingestehen das es ihr in ihrer neuen Heimat sehr gut gefiel. Sie konnte sich noch gut an den ersten Tag erinnern an dem sie in ihre neue Schule gegangen war. Voller Angst hatte sie den Schulweg hingelegt und tausend schlimme Gedanken gingen ihr durch den Kopf. Aber dann hatte sich schnell heraus gestellt das dieser Weg der beste war den sie je gegangen war.

Alte Freunde hatte sie in Deutschland zurück gelassen aber viele neue Freunde hatte sie hier gefunden. Ein kleines bisschen Heimweh hatte sie schon manchmal noch aber das verging ebenso schnell wie es gekommen war. Nicole seufzte zufrieden, ihr Leben lief sehr gut und zur Zeit hatte sie nichts daran auszusetzen. "Warum seufzt du?" fragte plötzlich eine Stimme hinter ihr. Nicole richtete sich erschrocken auf und sah Kensuke neben sich.

"Was willst du?" fragte Nicole. "Ich brauchte etwas frische Luft und außerdem wollte ich nach dir sehen. Du warst plötzlich verschwunden und ich habe dich gesucht." Antwortete er. "Du hast doch nicht etwa was von dem Alkohol getrunken? Ich hasse das wie die Pest." Fragte Nicole misstrauisch. "Ein Bier habe ich schon getrunken aber es schmeckt mir nicht, ehrlich." Sagte Kensuke. "Gut, dann darfst du hier bleiben." Lächelte Nicole und legte sich wieder hin. Er legte sich daneben und eine Zeitlang herrschte Schweigen.

"Ich schenk dir einen Stern wenn du willst." Flüsterte Kensuke. "Wirklich? Gut, ich möchte den der gleich neben dem großen Wagen steht." Meinte Nicole. "Ist schon deiner." Lächelte Kensuke. Dann beugte er sich über Nicole und blickte sie zärtlich an. "Ich würde dir auch den Mond vom Himmel holen und dir jeden einzelnen Stern zu Füßen legen." Flüsterte er. "Danke du, aber der Mond steht am Himmel viel besser als in meinem Zimmer. Und der Himmel wäre furchtbar dunkel und finster ohne einen einzigen Stern." Antwortete Nicole.

"Ich bin echt froh das du hierher gezogen bist. Ich habe noch nie so ein besonderes Mädchen wie dich getroffen. Du hast mir gleich vom ersten Tag an gefallen, du kannst Toji fragen. Ich hab mich total in dich verknallt." Hauchte Kensuke, verlegen und mit hochrotem Kopf. Nicole lächelte und guckte in seine hübschen braunen Augen. "Wirklich?" fragte sie nach. Kensuke nickte. "Ja wirklich. Ich hab mich schon damals tierisch gefreut als du mich bei den Hausaufgaben um Rat gefragt hast. Leider war ich immer zu schüchtern es dir zu sagen. Außerdem bin ich nicht gerade der typische Mädchenschwarm. Viele meinen ich bin ein Streber und ziemlich langweilig." Meinte er. "Langweilig? Du bist nicht im geringsten langweilig. Du bist richtig süß." Lächelte Nicole. "Ja echt? Findest du? Oh man." Freute Kensuke sich.

Dann machte Nicole die Augen zu und Kensuke traute sich sie sanft zu küssen. Zuerst war der Kuss vorsichtig und zaghaft aber schließlich schlang sie die Arme um seinen Hals und der Kuss wurde heftiger. Als sie sich schließlich voneinander lösten war Kensuke der glücklichste Junge auf der ganzen Welt. "Hm, ich hätte nie gedacht das deutsche Mädchen so gut küssen können." Meinte er. Nicole musste lachen. "Ich denke mal deutsche Mädchen küssen genauso gut wie japanische." Erwiderte sie.

Kensuke atmete tief durch, ihm war ziemlich heiß geworden. Dann meinte Nicole: "Komm, lass uns drinnen mal nach dem rechten sehen." Als die beiden zurück ins Haus kamen war die Stimmung etwas flau. Vom Alkohol benebelt dösten viele in den Ecken herum, ein paar befanden sich noch auf der Tanzfläche aber im großen und ganzen war die Party zu Ende. Shinji und Rei kamen zu Nicole und Kensuke und Shinji meinte: "Wo wart ihr denn bloß?" "Frische Luft schnappen." Grinste Nicole nur und zwinkerte Kensuke zu. Auf dem Sofa schliefen Toji und Hikari tief und fest aber Asuka und Seiya waren nirgends zu sehen. "Die sind schon früh verschwunden." Meinte Rei.

"Ich suche sie mal." Meinte Nicole denn Toji, der Gastgeber, war nicht mehr in der Lage etwas zu unternehmen. Nicole fand Asuka und Seiya schließlich im oberen Stockwerk im Elternschlafzimmer. Sie öffnete und staunte nicht schlecht. Die beiden lagen auf dem Bett, bei beiden waren die Haare verwuschelt. Asukas Oberteil war geöffnet und Seiya war damit beschäftigt ihren nackten Busen zu küssen. Ihr Rock war nach oben geschoben und das Höschen war herunter gerutscht. Seiyas Hose lag achtlos hingeworfen auf dem Bett, seine Shorts waren ebenfalls heruntergezogen so das Nicole seinen blanken Po sah. Als die beiden Nicole bemerkten schreckten auf und hastig schmiss Asuka die Decke auf sich und Seiya.

"Nicole, was soll das? Verschwinde hier, sofort." Rief Asuka die schnell ihre Fassung wieder gewonnen hatte. "Okay, macht schön weiter." Grinste Nicole und machte die Tür zu. Sie lief wieder nach unten wo Shinji, Rei, und Kensuke Nicole neugierig entgegen sahen. "Äh, Asuka ist beschäftigt. . . mit Seiya. . . ihr versteht schon." Grinste Nicole. Jetzt grinsten auch die drei Freunde. "Oh, ja klar verstehen wir." Prustete Kensuke los. "Kommt, wir räumen ein bisschen auf und gehen dann schlafen." Schlug Shinji vor und die Freunde nickten.

Der gröbste Dreck wurde weggeräumt und dann wurde Toji geweckt. "Hey Alter, schlaf in deinem Zimmer weiter, die Couch war mir versprochen." Meinte Kensuke. Toji murmelte nur ein paar unverständliche Worte und trottete nach oben. Hikari zog er gleich mit. "Aber bleib sauber." Rief Shinji ihnen hinterher. "Hm, ich glaube nicht das Toji in seinem Vollrausch noch schmutzige Sachen mit Hikari macht." Meinte Nicole. Die anderen Gäste hatten sich ihre Decken und Schlafsäcke mitgebracht und sich ihre Schlafmöglichkeiten selber gesucht. Kensuke schlief auf dem Sofa, zusammen mit Nicole, Rei legte sich aufs andere Sofa und Shinji machte es sich auf dem Fußboden bequem. "Was ist mit Asuka?" fragte Kensuke Nicole noch. "Die ist alt genug um zu wissen was sie tut. Ich denke nicht dran mich jetzt um sie zu kümmern. Ich will deine Nähe genießen und in Ruhe von dir träumen." Flüsterte Nicole, kuschelte sich dicht an Kensukes Seite und bald lagen alle in tiefem Schlaf.

Der nächste Morgen sah für viele nicht gut aus denn der erste Alkoholgenuss bescherte vielen heftige Kopfschmerzen. Auch Toji und Hikari ging es schlecht. "Oh Gott, ich trinke niiiiie wieder ein Bier." Stöhnte Hikari. "Aus meinem Kopf könnte man zwei machen." Stöhnte Toji gleich mit. Nicole, Shinji, Kensuke und Rei waren äußerst schadenfroh. "Tja, geliebter Toji, wer saufen kann, kann auch morgens aufstehen." Meinte Nicole und klopfte ihm auf die Schulter. "Oh Gott, nicht anfassen." Stöhnte Toji.

So vergingen die Tage und der Winter kam. Der erste Weihnachtsabend im neuen Heim der Krügers wurde sehr schön. Die Zwillinge bestaunten den glitzernden Baum und stürzten sich auf ihre Geschenke. Für die zwei war das alles neu und aufregend. "Und Nicole? Gefällt es dir nun hier?" fragte ihr Stiefvater im Laufe des Abends. "Oh ja, es ist herrlich hier. Ich vermisse zwar Julia, Andrea, Daniela und die anderen aber hier habe ich auch massig viele Freunde gefunden. Und sogar einen netten Freund." Kicherte sie.

Als sie in dieser Nacht im Bett lag und der Mond goldene Lichter auf ihre Bettdecke malte dachte sie daran das der gleiche Mond auch in ihrer alten Heimat schien und ihre Freundinnen ihn auch sahen. Und da wusste sie das sie ihre alte Heimat nie vergessen würde. Aber für Nicole hatte in Japan ein neues Leben begonnen. . .


Ende

Copyright of the Charakter by GAINAX / Text by Nicole Fritz